Interviewserie: “Erfolgreiche Finanzberater” – Stefan Hölscher

19. September 2011
von

www.vorsorge-leben.de

Name: Stefan Hölscher

Kurz-Lebenslauf: 46 Jahre, Abitur, Ausbildung als Sparkassenkaufmann, Studium der BWL, Arbeit als Controller in den USA (1 Jahr), Controller in der Bank (3 Jahre), Finanzmanagement Mittelständisches Unternehmen (3 Jahre)

Ursprünglich gelernter Beruf: Sparkassen- und Dipl. Kfm.

Seit wann in der Branche: Seit 11 Jahren selbstständiger Finanzberater, seit 4 Jahren Berater des Fonds S&H Globale Märkte (A0MYEG)

Ihr Standort: Hannover

Ihr Spezialisierung/Spezialgebiet: Investmentfonds

Website/Blog: http://www.hoelscher-invest.de/

„Karriere”

FinanzPraxis: Wie sind Sie in die Finanzbranche gekommen?

Stefan Hölscher: Ich war in einem mittelständischen Unternehmen als Finanzmanager mit dem Thema Kapitalanlage, Immobilien, Finanzierungen beschäftigt. Im Laufe der Zeit nahm die Nachfrage aus dem privaten Umfeld immer stärker zu.

Was mögen Sie an Ihrem Job am meisten?

SH: Die Vielseitigkeit, sich jederzeit auf andere Situationen – sei es bei verschiedenen Kunden oder sei es aufgrund von Marktentwicklungen – einstellen zu können und die Arbeit mit verschiedenen Charakteren.

Wie lange dauerte es, bis Sie davon gut leben konnten?

SH: Ca. vier Jahre, wobei ich in der Zwischenzeit ausreichend Honorareinkünfte aus anderen Tätigkeiten hatte.

Was waren die größten Startschwierigkeiten und wie haben Sie die gemeistert?

SH: An Neukunden zu kommen. Ich habe versucht ehrliche Arbeit und eine gute Betreuung abzuliefern, das sprach sich herum.

Was ist Ihr Traumziel?

SH: Der Weg ist das Ziel.

“Ihre allgemeinen Ratschläge für Anfänger & Branchenkollegen”

Was muss jemand mitbringen um ein erfolgreicher Finanzberater/Versicherungsmakler  zu werden?

SH: Fachkompetenz und Unabhängigkeit sowohl von Produkten und Anbietern und nach Möglichkeit auch eine gewisse Finanzielle, damit eine Lösungsorientierte Arbeit möglich ist.

Was würden Sie Einsteigern raten? Wie sollten sie anfangen?

SH: Sich auf die eigene Fachkompetenz und die Kunden und/oder die Akquise zu konzentrieren und dabei die administrativen Arbeiten möglichst gering zu halten (z.B. bei der Anzahl der Produktpartner, die Abwicklung über nur einen Pool etc.)

Was war Ihr größter Anfängerfehler?

SH: Im Herbst 2002 habe ich aufgrund niedriger Bewertungen massiv zum Einstieg in den Aktienmärkten geraten. In der Folge fielen Märkte jedoch noch weiter bis März 2003. Ein halbes Jahr auf das ich gern verzichtet hätte.

Betreiben Sie klassisches Marketing bzw. Social Media Marketing? Welche Kommunikationskanäle eignen sich am besten um für Finanzdienstleistungen/Versicherungen  zu werben?

SH: Bisher nutze ich Social Media Kanäle nur bedingt. Ich verfüge bis dato über einen Xing- und Facebook-Account. Meiner Ansicht nach ist die Weiterempfehlung über Bestandskunden nach wie vor ein starkes Zugpferd. Hinzu kommt mein 3. Platz beim Wettbewerb zum „Finanzberater des Jahres 2010“, der für mögliche Neukunden zweifelsohne ein weiterer Grund ist, mit mir Kontakt aufzunehmen.

Nennen Sie uns je ein Unternehmen (Finanz- oder Fondsgesellschaft, Versicherung…) mit dem Sie gerne bzw. ungerne oder gar nicht mehr zusammenarbeiten, und nennen Sie den Grund dafür.

SH: Generell meide ich Gesellschaften, die procyclisch aufgestellt sind und Hypes nutzen, um Ihren Absatz mit entsprechenden Produkten zu steigern.

“Finanzkrise”:

Wie haben Sie die Finanzkrise überstanden?

SH: Im Großen und Ganzen gut. Dennoch haben auch meine Kunden Verluste erlitten. Wichtig ist, sich in diesen Situationen um die Kunden zu kümmern. Nur auf dieser Grundlage ergibt sich ein Vertrauensverhältnis das eine langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit ermöglicht. Gleichzeitig bietet eine solche Krise auch immer eine Chance, sich selbst zu hinterfragen und daraus die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

Ist die Krise Ihrer Meinung nach vorbei oder kommt noch etwas auf uns zu?

SH: Meiner Ansicht nach ist die Krise noch nicht vorbei. Grund hierfür ist die sehr hohe Verschuldung der Staatshaushalte in den Industrieländern.

„Finanztipps”:

Was raten Sie Ihren Kunden derzeit?

SH: Für eine Risikominimierung im Depot ist eine breite Streuung der Kapitalanlagen mit einem Fokus auf Sachwerten notwendig. Also: Keine Angst vor Aktien- und Dach/ oder Mischfonds. Sie gehören unbedingt zu einem gut diversifizierten Portfolio.  Zusätzlich sollte ein Liquiditätspolster in ausreichender Höhe vorhanden sein.

Von welchen Produkten/Assetklassen sollten die Kunden derzeit die Finger lassen? 

SH: Meiner Einschätzung nach bieten insbesondere lang laufende Lebensversicherungen, Festgeld, Sparbücher und Bausparverträge für Investoren wenig Chancen.

Wie glauben Sie wird sich die Branche in den nächsten Jahren entwickeln (Trends, Honorarberatung usw.)

SH: Es gibt einen klaren Trend hin zu besserer Ausbildung von Finanzberatern. Ein Trend zur Honorarberatung – wie von der Politik gefördert – sehe ich jedoch nicht, wohl aber zu mehr Transparenz. Denn wenn diese gegeben ist, ist die Form der Vergütung nebensächlich. Eine gute Honorarberatung wird nicht günstiger als eine provisionsorientierte Beratung.

Wollen Sie uns noch etwas mitteilen?

SH: Wer sich noch Gedanken über eine Kapitalanlage macht, sollte nicht zu lange warten. Auch wenn uns die Krise noch eine Zeit lang erhalten bleibt, ist sie der beste Zeitpunkt. Denn eine Krise bietet immer auch Chancen, insbesondere für eine langfristige Kapitalanlage. Interessant ist vor allem der Beginn von Sparplänen bzw. deren Aufstockung, denn niemand weiß wann ganz unten ist. Eines lässt sich jedoch sicher sagen: Der jetzige Kaufzeitpunkt ist einer der günstigsten in den letzten fünf Jahren.


 


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