Stellen Sie sich auf steigende Inflation im Vereinigten Königreich und länger anhaltend hohe Zinsen für den Rest des Jahres ein, warnt eine der weltweit größten unabhängigen Finanzberatungsorganisationen.
Die Warnung von James Green, Regionaldirektor der deVere Group mit globaler Erfahrung über 18 regulierte Finanzgesellschaften hinweg, erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die britische Inflation im Februar bei 3 % verharrt.
Er kommentiert:
„Die heutigen Inflationsdaten aus dem Vereinigten Königreich spiegeln den Zeitraum kurz vor einem erneuten Anstieg der globalen Energiepreise wider, der mit den zunehmenden Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran zusammenhängt.
Die Inflation beginnt nun nach nahezu allen Schätzungen wieder anzuziehen.
Ich befürchte, dass viele Haushalte, Unternehmen und Investoren das Ausmaß und die Geschwindigkeit dessen unterschätzen, was auf uns zukommt.
Die Energiepreise steigen stark – und das wirkt sich direkt auf jeden Bereich der Wirtschaft aus. Haushalte, Unternehmen und Investoren sind gleichermaßen betroffen.“
Die neuesten Daten erfassen einen Zeitpunkt, bevor sich der Energieschock weiter verschärft hat. Seitdem sind die Preise für Öl und Gas deutlich gestiegen, während Lieferketten und Schifffahrtsrouten erneut unter Druck geraten sind.
Das Ergebnis ist eine neue Welle von Kostensteigerungen, die sich in der gesamten britischen Wirtschaft aufbaut.
„Dies ist ein breit angelegter Inflationsimpuls, der durch Energie getrieben wird und die Kosten für Transport, Lebensmittel, Produktion und alltägliche Güter erhöhen wird.
Haushalte müssen sich auf steigende Rechnungen einstellen. Unternehmen sollten mit sinkenden Margen rechnen.“
Die Erwartungen an Zinssenkungen werden bereits neu bewertet. Die Finanzmärkte verschieben den Zeitpunkt einer spürbaren Lockerung weiter nach hinten, da die Inflationsrisiken wieder zunehmen.
James Green erklärt:
„Wir erwarten, dass die Zinsen länger hoch bleiben. Die Vorstellung schneller Zinssenkungen in diesem Jahr wird zunehmend unwahrscheinlich.
Die Bank of England wird ihre Geldpolitik kaum lockern, solange die Inflation erneut anzieht. Dies würde das Risiko bergen, die Kontrolle über die Preisstabilität zu verlieren.“
Für Haushalte sind die Folgen unmittelbar spürbar:
„Hypothekenkosten bleiben hoch, Anschlussfinanzierungen werden teurer, und das verfügbare Einkommen wird durch steigende Lebenshaltungskosten weiter belastet.
Das trifft die Haushaltsfinanzen direkt. Kredite bleiben teuer, während die Inflation gleichzeitig die Kaufkraft schmälert.
Menschen sollten jetzt handeln: die Abhängigkeit von variabel verzinsten Schulden reduzieren, möglichst feste Zinssätze sichern und ihre finanziellen Rücklagen stärken.“
Auch Unternehmen stehen vor einem schwierigen Umfeld. Steigende Inputkosten, höhere Finanzierungskosten und eine schwächere Nachfrage erschweren das operative Geschäft.
„Unternehmen geraten von beiden Seiten unter Druck: Kosten steigen, während Kunden vorsichtiger werden.
Unternehmensführer müssen Kostenkontrolle priorisieren, Margen schützen und sicherstellen, dass ausreichend Liquidität vorhanden ist, um eine volatilere Phase zu überstehen.“
Für Investoren ist der Wandel erheblich und erfordert entschlossenes Handeln:
„Portfolios, die auf sinkende Inflation und fallende Zinsen ausgerichtet sind, geraten nun unter Druck.
In diesem Umfeld sollten Investoren verstärkt auf Anlageklassen setzen, die von Inflation profitieren können. Rohstoffe, energiebezogene Investments und Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht gewinnen deutlich an Bedeutung.“
Auch die Anleihemärkte bleiben anfällig, falls sich die Inflation als hartnäckig erweist – mit voraussichtlich weiterhin hohen Renditen und steigender Kursvolatilität.
Die Devisenmärkte könnten divergierende geldpolitische Strategien widerspiegeln, da Volkswirtschaften unterschiedlich auf denselben Schock reagieren.
Geopolitische Entwicklungen bleiben ein zentraler Faktor für den Ausblick. Ein länger anhaltender Konflikt würde den Druck auf die Energiemärkte aufrechterhalten und den Inflationszyklus verlängern.
James Green abschließend:
„Auch wenn die heutige Inflationsrate bei 3 % unverändert geblieben ist, deuten alle Indikatoren darauf hin, dass sie erneut steigen wird – und damit auch die Zinsen auf einem erhöhten Niveau bleiben dürften.
Wer frühzeitig handelt, um seine Finanzen zu schützen, sein Unternehmen zu stärken und seine Investments entsprechend auszurichten, wird deutlich besser aufgestellt sein als diejenigen, die abwarten.“

