Gold steht in den vergangenen Monaten unter Konsolidierungsdruck und bewegt sich derzeit im Bereich von rund 4.000 US-Dollar je Unze. Hauptursache hierfür sind die gestiegenen realen Renditen, die die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls kurzfristig belastet haben. Ein Großteil der Marktanpassung an das Umfeld höherer Realzinsen dürfte inzwischen jedoch erfolgt sein. Sowohl Gold-ETFs als auch Aktien von Goldminenunternehmen haben bereits spürbare Kurskorrekturen verzeichnet.
„Mittelfristig bleibt der Ausblick für Gold aus unserer Sicht konstruktiv“, sagt Joel Frick, Head Financial Service & Solutions bei Bendura Bank AG. Unterstützend wirken die anhaltend hohen Goldkäufe der Zentralbanken, geopolitische Unsicherheiten, zunehmende fiskalische Herausforderungen in vielen Volkswirtschaften, fortschreitende Diversifizierungsbemühungen weg vom US-Dollar sowie weiterhin bestehende Inflationsrisiken.
Zwar könnten eine weiterhin erhöhte spekulative Positionierung sowie das aktuelle Niveau der Realzinsen das kurzfristige Aufwärtspotenzial begrenzen, eine Entspannung an den Zinsmärkten und mehr Klarheit über den zukünftigen Kurs der US-Notenbank könnten jedoch wichtige Impulse für eine erneute Aufwärtsbewegung liefern. Unser Basisszenario geht davon aus, dass Gold im zweiten Halbjahr 2026 wieder an Dynamik gewinnt und das Jahr im Bereich von rund 4.600 US-Dollar je Unze abschließen kann.
Getragen werden dürfte diese Entwicklung insbesondere von einer weiterhin robusten Nachfrage seitens der Zentralbanken sowie einer allmählichen Anpassung der Inflationserwartungen und Anlegerpositionierungen. In einem solchen Umfeld erscheinen insbesondere hochwertige Goldproduzenten mit starker Free-Cashflow-Generierung, soliden Bilanzen, attraktiven Wachstumsperspektiven und einer ausgeprägten Hebelwirkung auf steigende Goldpreise gut positioniert. Diese Unternehmen dürften überdurchschnittlich von einem freundlichen Marktumfeld für Gold profitieren.

