Social Media im Fußball-Business

Vor einigen Jahren war es in der Bundesliga noch herrlich authentisch. In den Interviews nach dem Spiel sagten die Spieler, was ihnen gerade durch den Kopf ging, ohne allzu große Rücksicht auf die Reaktion in den Medien und der Fanlandschaft zu nehmen. Mit dem Aufkommen von Social Media hat sich dies grundlegend verändert. Wir blicken auf die Rolle im Fußball-Business.

Götze und Ribéry als negative Beispiele


Ein Interview nach dem Spiel geben? Warum, wenn man auch ohne unangenehmes Nachfragen den eigenen Twitter-, Instagram- oder Facebook-Account nutzen kann? Immer mehr Fußballer zeigen sich in der Bundesliga dieser Meinung und gehen den Problemen somit aus dem Weg. Dass dadurch ganz andere Nachfragen entstehen, ist ihnen dabei oftmals nicht bewusst. Der durchschnittliche Social-Media-Account eines Fußballers ist normalerweise nicht besonders aufregend. Ein Beitrag vor dem Spiel, der auf die anstehende Partie hinweist, einer danach, der auf das Ergebnis reagiert. Dazwischen gibt es vielleicht noch ein Foto vom Training unter der Woche. Der Informationsgehalt geht dabei gegen Null, wobei sich die vielen Fans eines Spielers dennoch mit diesen minimalen Posts zufrieden zeigen.

Paradebeispiele für falsch gelaufene Social-Media-Posts stellen die beiden Stars von Borussia Dortmund und Bayern München, Mario Götze sowie Franck Ribéry dar. Götze übergab sein Twitter-Konto einer Agentur, die schließlich Verträge mit diversen Unternehmen abschloss. Das ließ den Account zu einer einzigen Werbeveranstaltung verkommen. Entsprechend groß wurde am Ende das Gelächter unter den Fans, die sich schon auf den nächsten Beitrag gleicher Art freuten. Auch Franck Ribéry erzürnte laut TZ die Welt im Internet, als er beim unter dem Namen „Salt Bae” bekannten Koch Nusret Gökçe ein goldenes Steak im Wert von 1.200 Euro serviert bekam. Anschließend beleidigte er die ihn kritisierenden Follower.

Meist entscheiden die Vereine, was der Spieler darf

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Es sind meist die Vereine, die durch einer klare Leitlinie vorgeben, was der Spieler im Internet darf und was nicht. In den Musterarbeitsverträgen der Spieler gibt es hierzulande längst Absätze, die betonen, wo die Grenzen liegen. Bestimmte Klubs wie die TSG Hoffenheim setzen derweil auf Empfehlungen. So betont der Verein gegenüber seinen Spielern, auf neue Sportkleidung außerhalb des eigenen Ausrüsters in den sozialen Medien zu verzichten. In England gibt es unterdessen regelmäßig Sperren und Strafzahlungen für das Verhalten in den neuen Medien. Der Leistung scheint es nicht zu schaden, wenn wir auf die Teilnehmer des Europapokal-Finale blicken. Während Liverpool bei Betfair mit einer Quote von 1,53 (Stand 14. Mai) der Favorit im Champions League Endspiel gegen Tottenham Hotspur ist, treffen in der Europa League Arsenal und Chelsea aufeinander.

Dennoch bleiben auch viele positive Beispiele in der Fußballwelt. Eines von ihnen ist Mats Hummels, der es seit jeher ablehnt, seine Konten in die Hände einer Marketing-Agentur zu geben. Mit regelmäßigen Einblicken in den Tagesablauf und Fragestunden versüßt er vielen Fans den Alltag und klärt Fragen auf, die in Interviews von Reportern oder Fachmagazinen nicht gestellt werden. Somit ist zu bilanzieren, dass es vor allem von den Einschätzungen des Spielers und Klubs abhängt, was letztlich auf den Kanälen der sozialen Medien landet. Mit zunehmendem Wachstum dieser Mitteilungsportale sind auch in Zukunft weiterhin Diskussionen um das Verhalten zu erwarten.

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