Künstliche Intelligenz beeinflusst Kaufentscheidungen mehr als Influencer
Künstliche Intelligenz gewinnt für Kaufentscheidungen junger Konsumenten spürbar an Bedeutung. Laut einem aktuellen Bericht der Agentur Insightland vertrauen 52 Prozent der Generation Z auf Produktempfehlungen, die von AI-Systemen generiert werden. Influencer verlieren dagegen deutlich an Einfluss.
Nur noch 11 Prozent der Befragten geben an, sich bei Kaufentscheidungen an Influencern zu orientieren. Damit verliert ein lange zentraler Marketingkanal für Marken spürbar an Relevanz. Die Ergebnisse deuten auf eine strukturelle Verschiebung im Informationsverhalten junger Konsumenten hin.
Sichtbarkeit in AI-Systemen wird für Marken entscheidend
Im Wettbewerb um die Generation Z, also um die Jahrgänge 1995 bis 2012, verändert sich die digitale Sichtbarkeit grundlegend. Für Marken wird zunehmend entscheidend, ob sie in den Antworten von AI-Tools wie ChatGPT erscheinen. Die Präsenz in klassischen Suchmaschinen reicht allein nicht mehr aus.
Der GenZ reSearch Report von Insightland zeigt, dass Google mit 54 Prozent zwar weiterhin die meistgenutzte Plattform bleibt. Gleichzeitig verliert die Suchmaschine jedoch an Bedeutung als alleiniger Ausgangspunkt für Kaufentscheidungen. Alternative Informationswege gewinnen an Gewicht. Wenn Google keine zufriedenstellenden Antworten liefert, wenden sich viele Nutzer direkt an AI-Systeme. 57 Prozent der Befragten geben an, in solchen Fällen auf künstliche Intelligenz zurückzugreifen. Klassische SEO-Strategien stoßen damit zunehmend an ihre Grenzen.
Influencer-Marketing verliert an Glaubwürdigkeit
Die Studie dokumentiert einen deutlichen Vertrauensverlust gegenüber Influencern. Sie gelten innerhalb der Generation Z inzwischen als am wenigsten glaubwürdige Quelle für Produktempfehlungen. Lediglich 11 Prozent der Befragten messen ihnen noch Vertrauen bei.
An der Spitze der vertrauenswürdigsten Informationsquellen stehen weiterhin Familie und Freunde. 86 Prozent der Befragten orientieren sich an Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld. Damit gewinnen Empfehlungsprogramme und virale Marketingansätze weiter an Bedeutung. Auf dem zweiten Platz folgen bereits AI-Assistenten mit 52 Prozent Vertrauen. Sie liegen damit vor Internetforen und Kundenbewertungen in Online-Shops. Dahinter rangieren die eigenen Kanäle der Marken. Jeder vierte Befragte berücksichtigt zudem Empfehlungen aus Kommentaren in sozialen Netzwerken.
Smartphone verdrängt den Laptop beim Online-Einkauf
Für den Online-Handel ergeben sich daraus klare Konsequenzen für Technik und Nutzerführung. Während ältere Vertreter der Generation Z noch zu 22 Prozent Laptops für Produktsuche und Einkauf nutzen, sinkt dieser Anteil bei den jüngsten Befragten auf nur noch 4 Prozent. Für Anbieter mit Fokus auf Jugendliche reicht eine Mobile-First-Strategie nicht mehr aus. Mobile only wird zunehmend zum Maßstab. Ist der Kaufprozess auf dem Smartphone nicht klar strukturiert, verliert das Angebot für diese Zielgruppe an Relevanz.
Der Bericht zeigt zudem, dass selbst innerhalb der Generation Z eine stärkere Differenzierung notwendig ist. Nutzer der Jahrgänge 2007 bis 2012 bevorzugen zu 72 Prozent kurze Videoformate wie TikTok oder Reels. Textbasierte Inhalte spielen für sie kaum eine Rolle. Ältere Nutzer der Jahrgänge 1995 bis 2000 greifen dagegen häufiger auf längere Formate zurück. 46 Prozent lesen Artikel und Blogs, 51 Prozent konsumieren längere Videos. Inhalte müssen daher altersabhängig zugeschnitten werden.
Was die Ergebnisse für deutsche Unternehmen bedeuten
Für Unternehmen in Deutschland verdeutlichen die Ergebnisse einen tiefgreifenden Wandel im digitalen Konsumverhalten. Sichtbarkeit in AI-Systemen, mobile Nutzerführung und glaubwürdige Empfehlungsstrukturen werden zu zentralen Wettbewerbsfaktoren.
Klassische Marketinglogiken verlieren an Wirkung, während technologische Präsenz und inhaltliche Relevanz an Bedeutung gewinnen. Wer die Generation Z erreichen will, muss digitale Strategien präzise an neue Entscheidungswege und Nutzungsmuster anpassen.
