Studie: Kosten für Abnehm-Generika unter 3 US-Dollar für einen Monat!

Dem Adipositas-Markt wird ein riesiges Milliarden-Potenzial vorhergesagt. Ist diese Theorie entzaubert? Eine diese Woche veröffentlichte Studie besagt, dass Nachahmerprodukte extrem billig produziert werden könnten!

Milliardenmarkt vor Einbruch?  - Studie: Kosten für Abnehm-Generika unter 3 US-Dollar für einen Monat!

Den Diabetis-und Adipositasmedikamenten von Eli Lilly und Novo Nordisk wird Blockbuster-Qualität bescheinigt. Sie sollen Milliarden von US-Dollar in die Kassen der beiden Konkurrenten spülen. Eine immer größer werdende Konkurrenz und die Medikamenten-Politik von Donald Trump ließen bei den Anlegern jedoch Zweifel aufkommen.

Jetzt könnte eine neue Studie für weitere Unruhe sorgen: Sie hat ergeben, dass generische Versionen von Semaglutid künftig extrem günstig produziert werden könnten. Steht der Milliardenmarkt vor einer herben Bruchlandung?

Grundlage der Studie ist das Erfolgsmedikament Semaglutid von Novo Nordisk. Nach seiner Markteinführung hat es hat den dänischen Pharmakonzern zu einem der wertvollsten Gesundheitsunternehmen der Welt gemacht. Präparate wie Ozempic und Wegovy waren nach ihrer Einführung Erfolgsgaranten in einem boomenden Markt für Diabetes- und Abnehmmedikamente. Doch die goldenen Zukunft, die dem Markt vorhergesagt wird, bröckelt immer mehr.

Zerstören Generika den angepriesenen Milliardenmarkt?

Die von der International Treatment Preparedness Coalition finanzierte Studie stellt nun die Preisstruktur der milliardenschweren Therapie infrage. Sie wurde kurz vor dem Wochenende veröffentlicht und wirft neue Fragen auf. Laut der Analyse könnten die Produktionskosten für eine monatliche Versorgung mit generischem Semaglutid bei weniger als drei US-Dollar pro Patient liegen.

Studie analysiert Produktionskosten

Für ihre Berechnungen werteten die Forscher Versand- und Produktionsdaten für Semaglutid aus den Jahren 2024 und 2025 aus. Zusätzlich berücksichtigten sie geschätzte Steuern, Gewinnmargen sowie Kosten für Formulierung, Verpackung und andere Herstellungsschritte.

Das Ergebnis fällt bemerkenswert aus

Demnach könnte eine jährliche Versorgung mit injizierbaren Generika von Semaglutid zwischen 28 und 140 US-Dollar pro Patient kosten. Orale Darreichungsformen könnten laut der Studie zwischen 186 und 380 US-Dollar pro Jahr liegen. Besonders die injizierbaren Varianten wären damit deutlich günstiger als die aktuellen Markenprodukte.

Novo senkt bereits Preise

Der Druck auf die Preise wird bereits sichtbar. Im Februar kündigte Novo Nordisk an, die Listenpreise für seine GLP-1-Medikamente deutlich zu senken. Für Wegovy und Ozempic sollen die Preise um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Der neue monatliche Listenpreis liegt künftig bei rund 675 Dollar und soll ab dem kommenden Jahr gelten. Trotz dieser Senkung bleibt der Abstand zu den potenziellen Generikapreisen enorm.

Generika könnten weltweit verfügbar werden

Die Studie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Wettbewerb für Novo Nordisk und Eli Lilly intensiver wird. In mehreren großen Märkten – darunter Indien, China, Kanada, Brasilien und die Türkei – könnten die beiden Pharmariesen bereits in diesem Jahr mit Generika-Konkurrenz konfrontiert werden.

Der Grund: In einzelnen Regionen laufen Patente aus oder regulatorische Rahmenbedingungen ermöglichen günstigere Alternativen. Die Forscher gehen davon aus, dass injizierbare Generika von Semaglutid theoretisch in rund 160 Ländern verfügbar sein könnten. In diesen Staaten liegt die Prävalenz von Typ-2-Diabetes und Adipositas bei etwa 69 beziehungsweise 84 Prozent der Bevölkerung. Damit würde für Generika-Hersteller ein riesiger potenzieller Markt entstehen.

Patentablauf belastet Prognosen

Auch das Management von Novo Nordisk stellt sich bereits auf mehr Konkurrenz ein. Der Konzern hatte im Februar prognostiziert, dass der Gewinn im Jahr 2026 um bis zu 13 Prozent zurückgehen könnte. Ein wesentlicher Grund dafür ist der bevorstehende Patentablauf für Semaglutid, der in einigen Märkten den Eintritt von Generika ermöglicht. Die Studie deutet an, wie stark der Preiswettbewerb künftig werden könnte.

„Wir schätzen, dass generisches Semaglutid ab 2026 zu einem Bruchteil der aktuellen Preise des Markenprodukts auf den Markt kommen könnte“, schreiben die Forscher in ihrer Analyse. Besonders die injizierbaren Versionen könnten demnach extrem günstig produziert werden.

Anleger müssen aber nicht sofort in Panik verfallen. Bei der Studie handelt es sich bislang um eine Vorabveröffentlichung. Die Studie wurde als sogenannter Preprint publiziert und hat noch kein Peer-Review durchlaufen.

Der Markt für GLP-1-Medikamente gehört derzeit zu den dynamischsten Bereichen der Pharmabranche. Doch neue Studien zeigen, wie stark die Preise langfristig unter Druck geraten könnten.

Sollten Generika tatsächlich zu Kosten von wenigen US-Dollar pro Monat produziert werden können, könnte dies den Wettbewerb massiv verschärfen – und die prognostizierten milliardenschweren Einnahmen von Novo Nordisk und Eli Lilly langfristig unter Druck setzen.

Wie empfindlich der Markt mittlerweile auf schlechte Nachrichten aus der Branche reagiert, musste Freitag die Aktie von Zealand Pharma erleben. Die Aktien des dänischen Pharmakonzerns gerieten massiv unter Druck und verloren zeitweise mehr als 30 Prozent. Damit erlebte der Titel den schwächsten Handelstag seiner Unternehmensgeschichte zu. Auslöser waren Zwischenergebnisse einer Studie zum Adipositas-Medikament Petrelintid, die die Erwartungen vieler Investoren nicht erfüllen konnten.

Das Präparat, das Zealand gemeinsam mit Roche entwickelt, führte laut den am Donnerstag veröffentlichten Daten dazu, dass Patienten innerhalb von 42 Wochen bis zu 10,7 Prozent ihres Körpergewichts verloren. An der Studie nahmen insgesamt 493 Probanden teil.

Damit bleibt die Wirkung jedoch hinter den Ergebnissen einiger Konkurrenzprodukte zurück. So erzielte ein auf Amylin basierender Wirkstoffkandidat von Eli Lilly in einer vergleichbaren Studie der mittleren Entwicklungsphase einen Gewichtsverlust von bis zu 20,1 Prozent.

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