Insolvenzen bei Verbrauchern und Firmen steigen stetig
Inmitten der Wirtschaftskrise reißt die Welle der Firmenpleiten in Deutschland nicht ab: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes registrierten die Behörden im ersten Quartal insgesamt 6.275 Anträge von Unternehmen, was einem Zuwachs von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Ein besonders drastischer Zuwachs zeigte sich im Einzelmonat März, in dem die Pleiten um 15,8 Prozent nach oben schnellten.DuWirtschaftskrise 2025
Gleichzeitig verschärft sich die finanzielle Notlage für Privatpersonen zusehends. Im März mussten 7.462 Menschen eine Verbraucherinsolvenz anmelden – eine Steigerung um beinahe ein Fünftel (18,9 Prozent) binnen eines Jahres. Bezogen auf das gesamte erste Quartal erhöhte sich das Aufkommen an privaten Insolvenzverfahren um sechs Prozent.
Forderungen der Gläubiger sinken trotzdem
Die Forderungen der Gläubiger aus den Unternehmensinsolvenzen im ersten Quartal beliefen sich auf rund 9,3 Milliarden Euro – deutlich weniger als ein Jahr zuvor mit 19,9 Milliarden Euro. Dem Statistischen Bundesamt zufolge liegt das daran, dass im ersten Quartal 2025 mehr Großunternehmen Insolvenz beantragt hatten. Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im ersten Quartal dieses Jahres 17,7 Insolvenzen. Am stärksten betroffen waren Verkehr und Lagerei sowie das Gast- und Baugewerbe.
Bei den Daten ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen fast drei Monate davor.
Experten wie die Kreditauskunftei Creditreform rechnen auch im laufenden Jahr mit mehr Insolvenzen in Deutschland. Einer Studie der Beratungsgesellschaft EY Parthenon zufolge erwarten auf Krisenfälle spezialisierte Banken mehr Umstrukturierungen angesichts steigender Energie- und Rohstoffkosten, Kriegen und einer schwächeren Wirtschaft. Für den Auto- und Maschinenbau werde in Deutschland der höchste Restrukturierungsbedarf erwartet, während der Druck in der Immobilienbranche sinke. Deutschland als Exportnation sei vom global langsameren Wirtschaftswachstum und geopolitischen Krisen stärker betroffen als andere Länder in Europa.
