Nicht nur Hoeness

Newspaper-128Unter anderem wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe muss sich ein Schwalmtaler (66) jetzt vor der Wirtschaftsstrafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts verantworten

Mehr als 30 Minuten lang verlas der Staatsanwalt die umfangreiche Anklage. Der Ex-Unternehmer, der seit den 1990er Jahren einen internationalen Handel mit Düngemitteln betrieb, verfolgte den Vortrag des Anklagevertreters aufmerksam. Laut Anklage soll der 66-Jährige, seit einem Jahr Rentner, in den Jahren 2002 bis Mai 2007 Einkommensteuer in Höhe von 1,3 Millionen Euro und Umsatzsteuern in Höhe von 4,6 Millionen Euro hinterzogen haben.


Außerdem soll der frühere Geschäftsführer in mehreren Fällen den Finanzbehörden falsche Angaben gegeben und in den Jahren 2005 und 2006 überhaupt keine Steuererklärungen abgegeben haben. Ein weiterer Anklagevorwurf: 2004 habe es keine ordnungsgemäße Buchführung gegeben. Das Finanzamt musste deshalb Umsätze und Einkommen schätzen. Außerdem wirft der Staatsanwalt dem Angeklagten, dessen Unternehmen seit 2009 in Insolvenz ist, schweren Betrug vor. Der 66-Jährige soll sich von Unternehmen und Privatpersonen Darlehen erschlichen und später weder Zinsen noch Darlehen gezahlt haben. Dabei soll er – unter anderem – hoch belastete Grundstücke als Sicherheit für die Darlehen angegeben haben. Zu der umfangreichen Anklage hat der Schwalmtaler bis jetzt nichts gesagt, aber für einen der nächsten Prozesstage eine Aussage angekündigt. Zugleich beteuerte der Ex-Unternehmer, er sei sich keiner Schuld bewusst. Er fühle sich falsch beraten.

Er stamme aus einer Bauernfamilie, schilderte der Angeklagte seinen Lebenslauf. Er studierte Agrarwissenschaften, nachdem der Bauernhof des Vaters aufgegeben werden musste. Nach einer jahrelangen Tätigkeit als Verkaufsleiter für Düngemittel wurde der Angeklagte zum selbstständigen Unternehmer. Klein und mit einem Mitarbeiter habe er angefangen. “Ich habe mich hochgearbeitet”, berichtete er nicht ohne Stolz. Der Prozess wird fortgesetzt.

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