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Deutsche Verbraucher sind für 2020 optmistisch

Verbraucher in Deutschland rechnen mit einem besseren Einkommen und planen mehr Ausgaben, zeigen Marktforscher. In Chefetagen ist die Stimmung weniger gut.

Konsumausgaben: Deutschlands Verbraucher sind in einer Kauflaune wie seit Monaten nicht mehr.
Deutschlands Verbraucher sind in einer Kauflaune wie seit Monaten nicht mehr. © Fabian Bimmer/​Reuters

Marktforscherinnen und Marktforscher erwarten für das laufende Jahr steigende Konsumausgaben. Die deutschen Verbraucher sind in Kauflaune wie seit Monaten nicht mehr. Die sogenannte Anschaffungsneigung kletterte im Januar auf ein Zwölf-Monats-Hoch, wie das Marktforschungsunternehmen GfK mitteilte. Der steigende Optimismus sorge beispielsweise dafür, dass Verbraucherinnen und Verbraucher über größere Anschaffungen wie etwa Autos oder Möbel nachdenken.

Gleichzeitig rechnen Menschen in Deutschland offenbar damit, weiter genügend Geld zum Einkaufen zu haben: Die Einkommenserwartungen stiegen laut GfK im Vergleich zum Dezember deutlich. Auch die Konjunkturerwartungen der Verbraucher stiegen an. Dagegen verharrt die Sparneigung den Angaben zufolge auf niedrigem Niveau. Sparen sei als Alternative zum Konsum „weiterhin nicht sehr attraktiv“, hieß es in einer Mitteilung.

Für ihre repräsentativen Studien zum Konsumklima führt die GfK monatlich rund 2.000 Interviews mit Verbraucherinnen und Verbrauchern zu ihrer Konjunkturerwartung, ihrer Einkommenserwartung und ihrer Anschaffungsneigung.

Ungewissheit wegen des Corona-Virus

Als Grund dafür, dass die Deutschen optimistischer in die Zukunft blicken, nennt das GfK die nachlassenden Spannungen im internationalen Zollkonflikt. „Eine erste Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China sorgt auch in Deutschland für Erleichterung. Denn als Exportnation ist man gerade hierzulande auf einen freien und ungehinderten Warenaustausch angewiesen“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Zu der gehobenen Stimmung trügen auch anhaltend stabile Beschäftigungsverhältnisse und reale Einkommenszuwächse bei. Für den weiteren Verlauf des Jahres werde aber mitentscheidend sein, wie die Sozialpartner bei den anstehenden Tarifverhandlungen auftreten. „Den Gewerkschaften geht es wohl vor allem um Beschäftigungssicherung“, sagte Bürkl. In der Autobranche werde im Fokus stehen, den Wandel zur Elektromobilität möglichst ohne radikale Schnitte zu vollziehen. „Es ist relativ unstrittig, dass Arbeitsplätze abgebaut werden“, sagte Bürkl. Wichtig für das Konsumklima werde das Tempo sein.

Negative Folgen könnte das inzwischen in Deutschland angekommene Corona-Virus haben. Zum Beispiel, wenn es zu Rückgängen im Tourismus oder zur Unterbrechung von Lieferketten komme, sagte Bürkl.

Geschäftsklimaindex gibt nach

Ungeachtet der guten Kauflaune hat sich zudem die Stimmung in den deutschen Chefetagen eingetrübt, wie aus dem an den Finanzmärkten viel beachteten Ifo-Geschäftsklimaindex hervorgeht. Insbesondere im Servicesektor trübte sich die Stimmung spürbar ein, vor allem weil die Firmen merklich zurückhaltender in die Zukunft blickten.

Die GfK geht von einem Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent im laufenden Jahr in Deutschland aus. 2019 wuchs die Wirtschaftsleistung in der Bundesrepublik den Angaben zufolge um 0,6 Prozent.

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