Rheinmetall verliert seinen Börsenglanz
Rheinmetall war über Jahre das Aushängeschild der europäischen Rüstungsbranche. Nach der russischen Invasion in der Ukraine legte die Aktie in fünf Jahren um fast 1.300 Prozent zu. Deshalb wurde sie mehrfach als deutsche Nvidia bezeichnet, so das Portal Finance Vlagatelj.
In diesem Jahr hat der Schwung jedoch nachgelassen, auf dem einstigen Börsenstar zeigen sich erste Rostflecken. Gerade deshalb ist die Aktie nun interessant geworden.
Der Kurssturz vernichtet Milliarden
Die Rheinmetall-Aktie hat seit Januar fast 40 Prozent verloren. Auf ihrem Höhepunkt mussten Anleger mehr als 2.000 Euro für sie bezahlen, inzwischen wird sie unter 1.000 Euro gehandelt.
Aus der Marktkapitalisierung des Unternehmens sind mehrere Dutzend Milliarden Euro verschwunden. Der schwerste Schlag kam Ende Juni, als die Aktie an einem einzigen Tag fast ein Fünftel ihres Werts verlor.
Fregatten-Aus löst Kursrutsch aus
Auslöser für den Rückgang war die Einstellung des Fregattenprogramms F126, das zum größten deutschen Auftrag für Kriegsschiffe seit dem Zweiten Weltkrieg geworden wäre. Die deutsche Marine sollte sechs große U-Boot-Abwehrfregatten erhalten, die das Rückgrat ihrer Flotte bilden sollten.
Rheinmetall ging beim Großauftrag leer aus
Rheinmetall hatte sich darauf vorbereitet, das Projekt von der niederländischen Werft Damen Naval zu übernehmen, da das Programm bereits seit mehreren Jahren im Verzug war. Dieser Auftrag wäre außerordentlich groß gewesen. Der Wert des Programms hätte nach verschiedenen Schätzungen bis zu 12,8 Milliarden Euro betragen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Markt so heftig auf die Absage reagiert hat.
Berlin gab Ende Juni bekannt, dass es auf die Fregatten der F126-Klasse verzichtet. Stattdessen beabsichtigt die Bundesregierung, beim deutschen Schiffbauer TKMS acht kleinere Fregatten der Meko-A-200-Klasse in Auftrag zu geben. Die Regierung begründete die Entscheidung mit erheblichen Verzögerungen, steigenden Kosten und zusätzlichen Risiken, die ein Wechsel des Hauptauftragnehmers zu Rheinmetall mit sich gebracht hätte.
Nach Einschätzung der Bundesregierung können auch die kleineren Fregatten der Meko-Klasse die Kernaufgabe der Marine, nämlich die U-Boot-Bekämpfung, erfüllen. Deutschland soll damit auch seine Verpflichtungen gegenüber der NATO erfüllen können.
