Goldpreis aktuell: Dollar-Schwäche trifft auf neue Zinssorgen – was Gold jetzt antreibt

Am Goldmarkt treffen derzeit gegensätzliche Signale aufeinander: Geopolitische Spannungen stärken die Nachfrage nach Sicherheit, höhere Zinserwartungen drücken auf den Kurs. Die nächsten US-Konjunkturdaten könnten den Ausschlag geben.
Goldpreis aktuell: Dollar-Schwäche trifft auf neue Zinssorgen – was Gold jetzt antreibt

Goldpreis aktuell: Schwächerer Dollar stützt den Goldkurs vor wichtigen US-Inflationsdaten

Der Goldpreis legt am Mittwochmorgen zu. Ein schwächerer US-Dollar und die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Iran stützen das Edelmetall. Steigende Ölpreise und die Aussicht auf eine mögliche Zinserhöhung der US-Notenbank begrenzen jedoch das Aufwärtspotenzial.

Im asiatischen und frühen europäischen Handel zeigt sich der Goldpreis aktuell deutlich erholt. Gegen 9:15 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit kostete eine Feinunze Gold am Spotmarkt annähernd 4.400 US-Dollar. Das entsprach einem Tagesplus von rund 1,1 Prozent. In Euro wurde der Goldkurs am frühen Mittwochmorgen zeitweise mit rund 3.783 Euro je Feinunze angegeben. Die voneinander abweichenden Kursstände erklären sich neben unterschiedlichen Erfassungszeitpunkten auch durch Wechselkursschwankungen und die Differenz zwischen Spot- und Terminmarkt.

Die aktuelle Erholung ändert vorerst wenig am kurzfristigen Bild. Zum Wochenauftakt hatte Gold noch bei etwa 4.409 Dollar notiert. Ende August war der Preis zeitweise bis knapp an die Marke von 4.700 Dollar gestiegen. Seitdem befindet sich die Goldpreis-Entwicklung in einer von starken Schwankungen geprägten Konsolidierungsphase.

Dollar, Ölpreis und Fed bestimmen die Goldpreis-Entwicklung

Unterstützung erhält der Goldpreis aktuell vom verhaltenen US-Dollar. Gibt die amerikanische Währung nach, wird das in Dollar gehandelte Edelmetall für Käufer aus anderen Währungsräumen günstiger. Der World Gold Council weist zugleich darauf hin, dass sich die Beziehungen zwischen Dollar und verschiedenen Laufzeiten der US-Staatsanleihen zuletzt auseinanderentwickelt haben. Der Dollar reagiert demnach weiterhin stärker auf kurzfristige Zinserwartungen als auf Bewegungen am langen Ende des Anleihemarktes.

Gegenwind kommt von den steigenden Ölpreisen. Der Preis für Brent-Rohöl näherte sich am Mittwoch der Marke von 100 Dollar je Barrel. Hintergrund ist die erneute militärische Eskalation zwischen den USA und Iran. Höhere Energiekosten könnten den Inflationsdruck verstärken und der US-Notenbank zusätzliche Argumente für eine straffere Geldpolitik liefern.

An den Terminmärkten wird derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent für eine Zinserhöhung der Federal Reserve bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche eingepreist. Verstärkt wurden diese Erwartungen durch den überraschend robusten US-Arbeitsmarkt: Im August entstanden 162.000 neue Stellen. Steigende Zinsen belasten Gold grundsätzlich, weil das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge abwirft.

Ausblick auf den Goldkurs: Goldpreis-Prognose

Für den Goldpreis dürften nun die US-Erzeugerpreise am Donnerstag und die Verbraucherpreisdaten am Freitag entscheidend sein. Eine überraschend hohe Inflation könnte die Zinserwartungen weiter nach oben treiben und den Goldkurs belasten. Schwächere Preisdaten, ein nachgebender Dollar oder eine weitere geopolitische Eskalation könnten dagegen eine neue Aufwärtsbewegung auslösen. Anleger müssen deshalb kurzfristig mit einer erhöhten Schwankungsbreite rechnen.

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