Wie sicher ist versichert?

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“Wer nicht wagt, der nicht gewinnt”

Dieses Sprichwort dürfte jeder schon einmal gehört haben. Im Endeffekt heißt es nicht anderes, als “Wer mehr Ertrag anstrebt, muss auch das erhöhte Risiko einer Wertminderung in Kauf nehmen. “Im täglichen Leben steht ein jeder einer Vielzahl von Risiken gegenüber. Nur so kommen wir als Menschen voran, indem wir uns aus unserer Komfortzone begeben, uns auf ein Wagnis einlassen und – quasi – das Risiko des ungewissen Ausgangs eingehen. Doch der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Es ist auffällig, dass Menschen immer nur dann etwas ändern wollen, wenn sie wirklich nicht mehr anders können. Entscheidungspsychologische Experten haben herausgefunden, dass der Mensch empfindlicher auf Verluste als auf Gewinne reagiert. Deswegen neigen wir dazu, für absehbare Risiken Versicherungen abzuschließen.

Dabei ist es egal, ob es eine Reiserücktrittsversicherung ist, die bei einem Rücktritt einer Reise einen Teil der bereits getätigten Kosten erstattet, oder die Versicherung gegen Kursstürze an der deutschen Börse. Hier können Aktionäre Papiere im Wert von bis zu 625 € versichern. Bei einem Kurssturz von 75% innerhalb eines Jahres, kann der Verlust versicherungstechnisch geltend gemacht werden.

Laut dem Statistikportal Statista zahlte 2015 jeder Deutsche im Durchschnitt 2.371€ für sechs Versicherungsverträge. Eine stolze Summe, wenn man bedenkt, dass bereits die Hälfte des Gesamtbetrags in die Versicherung für Schadensfälle und Krankenversicherungen aufgewandt wird. Umso wichtiger also, dass Sie immer einen Überblick über die aktiven Verträge haben. Bei 431 Millionen Verträgen in Deutschland stehen die Chancen gut, dass auch Sie bei genauerer Betrachtung bares Geld sparen können. Viele Versicherungen sind nämlich entweder maßlos überteuert oder es fehlt an anderen Positionen äußerst wichtiger Versicherungsschutz.

Die wichtigsten Versicherungs-Policen

Wenn Sie ein Auto halten, muss es nach §1 des Pflichtversicherungsgesetzes mindestens haftpflichtversichert sein. Kaskoversicherungen, ob nun Teil- oder Voll-, sind optional, aber bieten dennoch einen umfassenden Schutz bei eventuellen Beschädigungen.

Neben der gesetzlich festgelegten Krankenversicherung gibt es zwei weitere Versicherungen, die im Falle eines Falles vor dem garantierten finanziellen Ruin schützen können: die Berufsunfähigkeitsversicherung und die Haftpflichtversicherung. Diese sind nicht gesetzlich vorgeschrieben. Deswegen sind in diesen zwei Punkten noch immer viele Menschen unterversichert – nur etwa 40% aller Erwerbstätigen sind gegen Berufsunfähigkeit geschützt. Das ist fahrlässig, da die niedrige Erwerbsminderungsrente bei weitem nicht ausreicht, um einen angemessenen Lebensstil weiterführen zu können. Keine Haftpflicht besitzen immerhin 14% aller Haushalte. Allerdings braucht nicht jede Person einen eigenen Vertrag; viele sind nämlich bereits über den Familientarif der Eltern beziehungsweise des Partners versichert.

Es existieren unzählige weitere Versicherungen, die je nach Bedarf auch kurzfristig abgeschlossen werden können. Ein gutes Beispiel hierfür ist zum Beispiel die Auslandsreisekrankenversicherung, die neben der herkömmlichen Krankenversicherung auch Behandlungen und eventuelle Rücktransporte ins Heimatland abdecken.

Hände weg …

… von allen Versicherungen, die sehr spezielle Szenarien versichern. Diese sind entweder so konzipiert, dass im tatsächlichen Versicherungsfall die jährlichen Beiträge den Schaden übersteigen, oder sie sind so vage formuliert, dass auch gängige Probleme oftmals nicht von ihnen abgedeckt sind. Bestes Beispiel hierfür sind Handyversicherungen. Diese kosten oftmals nicht mehr als ein paar Euro pro Monat, allerdings sind viele Schäden, insbesondere durch Selbstverschulden, von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich abgedeckt. Hier gilt es äußerst aufmerksam das Kleingedruckte zu lesen, damit später keine böse Überraschung auftritt.

Anderes Beispiel ist die Reisegepäckversicherung: Die Angst vor dem Verlust des Gepäcks ist berechtigt, doch in fast jeder guten Hausratversicherung ist der Verlust von Gepäck im Urlaub gedeckt. Ein zusätzliches Abschließen solch einer Versicherung ist daher redundant und hätte keinen zusätzlichen Effekt.

Resümierend lässt sich zusammenfassen, dass eine Versicherung im Grunde wie das Auffangnetz der Akrobaten im Zirkus agiert. Sie hilft den Menschen, möglichst frei von Ängsten und Bedenken agieren zu können. Sie eben zu versichern – und nicht zu verunsichern.

Bild: ©istock.com/Aajan

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