Das sind die größten Kraftfahrtversicherer

An der Rangliste der Top-Ten-Kraftfahrtversicherer hat sich gegenüber dem Vorjahr gar nichts getan – auch wenn die Gesellschaften unterschiedlich stark gewachsen sind. Insbesondere der Marktführer Allianz (als Einzelgesellschaft) hat kräftig zugelegt. In der Konzernbetrachtung liegt die Huk-Coburg-Gruppe weiter vorne. Dies zeigt der aktuelle Kivi-Zahlenband.

In der Kraftfahrtversicherung ist die Allianz Versicherungs-AG 2018 um 5,1 Prozent auf 3,39 Milliarden Euro gewachsen und hat damit ihren Marktanteil auf 12,57 (2017: 12,33) Prozent ausgebaut. Der gesamte Markt ohne die Nummer eins wuchs dagegen nur um drei Prozent. Dies zeigt die aktuelle Marktauswertung der Kivi GmbH Kölner Institut für Versicherungs-Information und Wirtschaftsdienste.

Alle drei Allianz-Gesellschaften (mit Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) und Allsecur Deutschland AG) legten bei den Prämien um 5,68 Prozent auf knapp 3,70 Milliarden Euro zu. Nach Stück wuchs der Konzern um fast 1,5 Prozent auf 14,180 Millionen Risiken.

Die zweite Reihe der Top Ten toppt

Drei der zehn größten Kraftfahrtversicherer gehören zur Huk-Coburg-Gruppe, wie die Tabelle zeigt. Die Gruppe (einschließlich Bruderhilfe Sachversicherung AG, Huk24 AG, Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG und Huk-Coburg VVaG) vergrößerte hingegen ihren Bestand um 2,83 Prozent auf 21,394 Millionen Risiken. Das Beitragsaufkommen erhöhte sich hier um knapp 4,8 Prozent auf 4,11 Milliarden Euro.

Die Top Fünf sind 2018 insgesamt um 4,15 Prozent gewachsen und vereinen auf sich eine Prämie von 6,322 Milliarden Euro. Dies entspricht 23,44 (23,24) Prozent Marktanteil.

Deutlicher stärker haben jedoch die Gesellschaften auf den Plätzen sechs bis zehn zugelegt. Sie wuchsen um 11,4 Prozent auf 6,05 Milliarden Euro und damit einen Marktanteil von 22,42 (20,79) Prozent.

Mehr Stücke und höhere Prämien

Die Zahl der versicherten Risiken wuchs 2018 um 1,55 Prozent auf 110,73 Millionen Stück und der Durchschnittsbetrag um 1,71 Prozent auf 243,61 (239,52) Euro.

Den höchsten Bruttobeitrag je Vertrag weist die AGCS mit 754,56 (620,66) Euro aus, die im Industriegeschäft tätig ist. Im Vorjahr erzielte die HDI Global SE mit 633,53 Euro den höchsten Beitrag je Vertrag; 2018 kam dieser Industrieversicherer mit 680,73 Euro auf Platz zwei.

Den niedrigsten Bruttobeitrag pro Vertrag weist unverändert die im Kommunalgeschäft tätige Württembergische Gemeindeversicherung a.G. (WGV) mit 163,48 (162,94) Euro aus.

Höhere Betriebskosten

Versicherungstechnisch haben die untersuchten Unternehmen in Summe besser abgeschnitten. 2018 betrug die Combined Ratio 96,28 (97,99) Prozent. Ohne die Nummer eins hätte die Quote bei 96,21 (97,9) Prozent gelegen.

Im Durchschnitt beträgt die Schadenquote 79,33 (81,02) Prozent. Die Betriebskostenquote ist trotz Automatisierungs- und Digitalisierungs-Bemühungen – oder vielleicht gerade wegen der entsprechenden Investitionen – leicht auf durchschnittlich 16,95 (16,88) Prozent gestiegen.

Die Kostenquote der Top Fünf liegt bei überdurchschnittlichen 20,30 (20,36) Prozent. Die Kraftfahrtversicherer auf den Plätzen sechs bis zehn liegen bei 15,72 (15,49 Prozent.

Die zehn größten Kraftfahrtversicherer 2018
Rang (Vorjahr)EinzelgesellschaftPrämie in Millionen Euro*Schadenquote in Prozent**Betriebskostenquote (Prozent)**
1 (1)Allianz Vers. AG3.39074,821,96
2 (2)Huk-Coburg-Allgemeine1.95185,469,03
3 (3)Axa Versicherung AG1.36885,1113,94
4 (4)VHV Allgemeine Versicherung AG1.36370,0615,11
5 (5)Huk-Coburg VVaG1.30489,38,86
6 (6)LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G.1.27276,8116,74
7 (7)R+V Allgemeine Versicherung AG1.08281,9416,88
8 (8)DEVK Allgemeine Versicherungs-AG86284,514,22
9 (9)Württembergischen Versicherung AG79676,9719,08
10 (10)Huk2476083,634,81

Was hängen bleibt

Die Top Fünf mit den niedrigsten Betriebskosten (brutto) sind die GVV Kommunalversicherung VVaG mit 4,28 Prozent, die Huk24 mit 4,81 Prozent, die Ergo Direkt Versicherung AG mit 7,84 Prozent, die WGV mit 8,10 Prozent und die Europa Versicherung AG mit 8,59 Prozent.

Der versicherungstechnische Gewinn vor Schwankungsrückstellung für eigene Rechnung hat sich 2018 auf 719,28 (299,37) Millionen Euro erhöht. Das sind 3,35 (1,45) Prozent der verdienten Netto-Prämie. Die günstigste Relation weist hier die Janitos Versicherung AG mit 23,95 Prozent aus, gefolgt von der Helvetia AG mit 21,95 Prozent und der Garanta Versicherungs-AG mit 20,68 Prozent.

Der Teilnehmerkreis der Untersuchung

In die Kivi-Untersuchung gingen 76 (77) Kraftfahrtversicherer ein. Grundsätzlich erfasst der Zahlenband 2018 wiederum alle auf dem deutschen Markt tätigen Schadenversicherer mit mehr als 50 Millionen Euro Bruttoprämie im selbstabgeschlossenen Geschäft, sofern dieses nicht vollständig rückversichert wird. Deutsche Niederlassungen mit ausreichender Größe werden berücksichtigt, wenn sie einen Jahresabschluss über das deutsche Geschäft aufstellen.

Nicht erfasst sind die ADAC Versicherung AG, die CG Car-Garantie Versicherungs-AG, die Uelzener Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft a. G., die Würzburger Versicherungs-AG und die Mercedes-Benz Versicherung AG. Sie hatten die Daten nicht rechtzeitig vorgelegt.

Somit umfasst die Untersuchung 101 Schadenversicherer mit rund 71,5 Milliarden Euro Bruttoprämien im direkten Geschäft. Dies entspricht einem Marktanteil von rund 90,0 Prozent des gesamten direkten deutschen Schaden-/ Unfallgeschäft (einschließlich Rechtsschutz- und Kreditversicherung).

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