Man of the Month: Zukunftsmarkt Photovoltaik

Interview mit Dirk Lorich, dem Gründer von SunAirgy

Viele Vermittler befinden sich derzeit in einer Art von Neuausrichtung und fragen sich, welche Produkte und Dienstleistungen sie zukünftig Ihren Kunden überhaupt noch anbieten möchten. Dabei findet das Thema Nachhaltigkeit eine zunehmende Beachtung. Themen rund um saubere und moderne Energien stehen zudem im Focus von zum Teil sehr attraktiven staatlichen Förderungen. Diese Entwicklung ist von uns der Grund gewesen mit Dirk Lorich einen erfahrenen Branchenexperten zum Interview einzuladen. Dabei gewährt er einen exklusiven Einblick in den Markt und zeigt zudem geschäftliche Kooperationsmöglichkeiten auf.

Interview mit Dirk Lorich, dem Gründer von SunAirgy

FP: „Sehr geehrter Herr Lorich, bitte berichten Sie uns etwas zu Ihrem Werdegang. Wie sind Sie zu dem Thema Photovoltaik gekommen? “

„Ich beschäftige mich nunmehr schon seit fast 15 Jahre mit dem Thema Photovoltaik und dem Großanlagenbau. Dabei kam mir natürlich meine Projekterfahrungen aus meiner Angestelltentätigkeit bei einem der 3 größten Ingenieurbüros der Welt und die Zeiten meiner Bauträgerschaft zugute. Seit dem Juni 2010 besteht nun unser Unternehmen, die SunAirgy Ingenieurgesellschaft mbH, der ich als geschäftsführender Gesellschafter vorstehe. Vor rund 15 Jahren brachte mich ein damaliger Kunde und Architekt zu diesem Thema. Er plante photovoltaikoptimierte Einfamilienhäuser mit einem langen Schleppdach. Diese Idee begeisterte mich und war damals der Einstieg als Ingenieur in diese zukunftsträchtige und umweltorientierte Branche. Seither bin ich leidenschaftlicher Verfechter der Stromerzeugung unter Nutzung von Photovoltaik, da diese bis auf wenige Ausnahmen sehr umweltfreundlich und keine zusätzliche Belastung für die Umwelt darstellt, wie das beim Thema Windkraft zum Beispiel der Fall ist, ganz abgesehen von der „visuellen Umweltverschmutzung“.
Gerade als dezentrale Lösung unter Zuhilfenahme von Speichermedien, wie zum Beispiel neben der Batterie auch Wasserstoff, erlangt die Photovoltaik heute eine vom Tageszyklus unabhängige Verfügbarkeit. So werden wir in diesem Bereich dieses Jahr eine Anlage projektieren und bauen. Darauf freue ich mich schon sehr, denn dann hätten wir für das Thema Photovoltaik das Problem der nur zyklischen Stromproduktion nachhaltig gelöst. Allgemein, was wir als Unternehmen an Positivem für die Umwelt und damit für zukünftige Generationen heute schaffen, macht mich doch ein wenig stolz. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir als Menschheit erst am Anfang unserer Bemühungen stehen. Auftauende Permafrostböden, schmelzenden Polkappen, und viele weitere Hilfeschreie sind die gelbe Karte, die uns die Natur zeigt. Man kann es nicht oft genug mahnend erwähnen: es ist 5 Minuten vor 12! Alleine aus dieser Überzeugung bin ich stets motiviert weitere Menschen für das Thema erneuerbare Energien zu begeistern und zum Mitmachen zu bewegen. Egal, ob das Geld verdienen dabei die erste Motivation ist, es bleibt doch immer eine gute Sache!“

FP: Welche Chancen sehen Sie für den Bereich Photovoltaik in den nächsten 10 Jahren?

„Das Ausbauziel bis 2050 völlige Autarkie von fossilen Brennstoffen zu erreichen, ist sehr ambitioniert. Da gibt es noch sehr viel zu tun. Ganz gewiß ist die Branche der erneuerbaren Energien eine der zukunftsträchtigen und wachstumsstärksten Branchen in Deutschland, Europas und weltweit. Energie wird immer mehr gebraucht; nehmen Sie nur das Thema Elektromobilität, egal ob Sie PKWs oder LKWs der Zukunft mit Strom oder Wasserstoff betreiben. Wobei ich ein Verfechter der Wasserstofftechnik bin. Grün erzeugter Wasserstoff in Kombination mit einer Brennstoffzelle erlaubt schnelles betanken und kann hervorragend zwischengespeichert werden. Es bindet keine selteenen Erden und teure Rohstoffe, welche bei der Herstellung von Batterien notwendig sind. Ein gesunder Mix von beiden Energieträgern zur dezentralen Versorgung ist die ultimative Lösung für die Energiebereitstellung. “

FP: Welche Förderungen vom Staat gibt es und wie kann man diese am besten nutzen?

„Eine sehr gute und interessante Frage: wie ich ja vorhin bereits erwähnt hatte, habe ich etliche Jahre als Bauträger gearbeitet. Unter anderem waren dies ja die steuerlichen Goldgräberzeiten, wo Immobilien über 10 Jahre mit 10 % abgeschrieben wurden konnten. Können Sie sich vorstellen dass Sie mit einer Fotovoltaikanlage innerhalb von 2 Jahren bis zu 60 % der Investitionssumme abschreiben können? Unter Beachtung von gewissen Obergrenzen ist dies tatsächlich möglich. Neben der steuerlichen Förderung gibt es natürlich noch weitere Förderprogramme, welche von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind. Hier werden Investitionen in Photovoltaik und in Batteriespeicher gefördert.

FP: „Welche Betätigungsfelder gibt es denn im Bereich der Erneuerbaren Energien und in Ihrem Unternehmen?

„Grundsätzlich benötigen wir zur Realisierung der Ausbauziele Investitionsmittel, Dächer, auf denen wir diese Investitionen tätigen können, dann natürlich Unternehmen die Anlagen errichten, in Betrieb nehmen und warten. In der Kette bis zu einer betriebsbereiten, funktionierenden Fotovoltaikanlage steht die Akquisition von Dächern, das sogenannte Dach-Scouting, nachvollziehbar an der 1. Stelle. Entweder akquiriert der Dachscout Kunden, die auf ihrem eigenen Dach Photovoltaik errichten können, oder die Dacheigentümer vermieten die Dachfläche zur Investition durch Dritte, wie Fonds-Gesellschaften, Privatinvestoren oder Genossenschaften, und verdienen damit Geld, entweder als Einmalzahlung oder als jährliche Pachtzahlung über 25-35 Jahre. An die Akquisition von Dächern schließt sich dann der Verkauf der projektierten Fotovoltaikanlage an Investoren an. Abschließend errichten wir dann in der Regel die Anlagen schlüsselfertig, möglichst als sogenannte Überschußeinspeisung, bei der der Strom vom Dacheigentümer teilweise zu Vorzugskonditionen angekauft wird. Kurz zusammengefaßt heißt dies: der Vertrieb akquiriert Dächer und veräußert diese als eine lukrative Geldanlage unter Nutzung der Fördermöglichkeiten an Investoren. Die Technik baut dann die Anlagen im Kundenauftrag schlüsselfertig. “

FP: „Bitte erklären Sie uns doch kurz welche Tätigkeit ein Dachscout hat?“

„Kurz gesagt: Die Aufgabe eines Dachscouts ist die Beschaffung von vorwiegend Dächern, aber auch von Freiflächen, die zur Installation von Fotovoltaikanlagen geeignet sind und „unter denen“ reichlich Strom verbraucht wird. Verbunden mit dieser Tätigkeit sind natürlich viele Informationen und Unterlagen zu beschaffen. Es sei ihnen versichert, dass unsere Dachscouts hier eine valide und fundierte Ausbildung erhalten. Lediglich die Freude am Umgang mit Menschen müssen sie mitbringen.“

FP: „Welchen Mehrwert bringt Dach-Scouting und welche Bedeutung hat Dach-Scouting im Bereich der Nachhaltigkeit?“

„Den Mehrwert eines Dachscouts und dessen Beitrag zur Nachhaltigkeit würde ich folgendermaßen skizzieren:

  • nachhaltiger Beitrag zum Klimaschutz und Umweltschutz durch Substitution von fossilen Brennstoffen
  • Imagegewinn für Privatpersonen, Unternehmen und Gewerbetreibende (hier das Stichwort grüner Daumen)
  • wirtschaftlichen Mehrwert durch erhebliche Einsparung durch den selbst erzeugten Strom (Ersparnis je nach Ertragssituation, Anlagenkonzeption und Strompreis zwischen 5 bis 17 ct pro Kilowattstunde
  • Verlängerung der Lebensdauer von Dächern
  • Gute, langfristige Einkommensmöglichkeit in einem hervorragenden Wachstums-markt, entweder als Vollzeitjob oder als lukrativer Nebenerwerb.

FP: „Für wen ist Dach-Scouting interessant?“

„Grundsätzlich ist Dach-Scouting für jeden interessant. Selbstverständlich ist es für denjenigen einfach, der Zugriff auf Dächer über einen bestehenden Kundenstamm hat. Dies sind zum Beispiel Finanzdienstleister mit Gewerbekunden, aber auch mit Kunden, die eine eigene Immobilie besitzen, Immobilienmakler oder Versicherungsagenturen mit Beständen an Gebäudeversicherungen. Gerade für Berater im Investmentbereich kann das Dach-Scouting zweifach interessant sein, denn sie können im Nachgang selbstverständlich auch die akquirierte Dachfläche ihren Investoren als ertragsreiche, zukunftsorientierte Investition anbieten.“

FP: „Welche Kriterien muß ein Dach erfüllen? Welche Kriterien muß ein Scout erfüllen?“

„Dies kann man immer nur fallbezogen beurteilen. Hierzu erhalten unsere Dachscouts eine solide Ausbildung. Idealerweise bringt ein Dachscout Freude im Umgang mit Menschen und ein Interesse an erneuerbaren Energien mit. Hierbei beflügelt mich immer wieder das Zitat von Richard von Weizsäcker, unserem ehemaligen Bundespräsidenten: „Lassen Sie uns alles daransetzen, dass wir der nächsten Generation, den Kindern von heute, eine Welt hinterlassen, die ihnen nicht nur den nötigen Lebensraum bietet, sondern auch die Umwelt, die das Leben erlaubt und lebenswert macht.” Ich kann nur an uns alle appellieren, dabei zu helfen, ein Erbe an unsere Kinder und Kindeskinder weiter zu geben, welches die Schönheit der Schöpfung bewahrt und sie diese bewundern lassen kann.

FP: „Welche Bedeutung hat Dach-Scouting im Bereich der Elektromobilität in Deutschland?

„Grundsätzlich ist ein Dach für die Installation einer Fotovoltaikanlage notwendig, wenn man einmal von den Freilandanlagen absieht. Wobei auch das Thema Freilandanlagen ein Aufgabenbereich des Dach-Scouting sein kann. Zur Erfüllung der Klimaziele und damit der Erzeugung von grünem, also umweltverträglich erzeugtem Strom, ist es unabdingbar, dass wir Fotovoltaikanlagen in ausreichender Zahl auf Dächern und Freiflächen installieren. Nur damit sie einmal ein Gefühl dafür bekommen: um die Klimaziele zu erreichen müssen allein im Solarbereich ca. 5 GW peak pro Jahr installiert werden. In eine Anzahl von Modulen umgerechnet bedeutet dies: ca. 14,008 Millionen Module. Hieran sehen Sie, wie hoch das Potenzial und auch die Herausforderung für unsere Branche ist. Mit zunehmendem Stromverbrauch für Elektromobilität gewinnt das Dach-Scouting natürlich noch weiter an Bedeutung. Gerade dann wenn man eine dezentrale Versorgung anstrebt und nicht den Strom über 100 km lange Trassen von der Nordsee nach Bayern transportiert. Dies kann meines Erachtens keine wirtschaftliche und sinnvolle Lösung sein.“

FP: „Warum sollte man mit Ihnen und SunAirgy zusammenarbeiten?“

„Wir vereinen in unserem Unternehmen sehr viel Know-how, angefangen beim  technischen Know-how, sowie Berufserfahrung im Finanz- und Versicherungswesen. Bei uns erhalten Sie auch viele Anregungen hinsichtlich einer möglichen steuerlichen Gestaltung. Seit 3 Jahren bin ich ausgebildeter, TÜV zertifizierter Gutachter für Fotovoltaikanlagen. Viel Erfahrung erwächst natürlich auch aus einer großen Menge an installierter Leistung auf zahlreichen Dächern mit einer Leistung von ganz klein bis hin zu 1,3 MWp, bundesweit. Hinzu kommt, dass wir auf eine 15-jährige Erfahrung und eine Firmengeschichte von 10 Jahren zurückblicken können.

Dies schafft Vertrauen und ist ein Zeichen für gutes und solides wirtschaften. Wir sind hier als Unternehmen auch durch sehr stürmische Zeiten gesegelt, wo andere Wettbewerber, die viel größer waren als wir, die Segel gestrichen haben.

Bei unserem unternehmerischen Handeln war und ist unsere Maxime: ein Geschäft ist immer nur ein gutes Geschäft, wenn beide Seiten gewinnen. Ein großes Maß zufriedener Kunden kauft bei uns jährlich als „Wiederholungstäter“ Anlagen ein. Unsere Kunden beauftragen uns in der Regel auch mit der Wartung und Pflege ihrer Anlagen.“

„Vielen Dank Herr Lorich für das interessante und aufschlussreiche Gespräch.“

„Ich bedanke mich ebenfalls vielmals!“

Weitere Informationen unter http://www.sunairgy.de/

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