Zu teuer, zu schnell? Warum der KI-Hype jetzt erste Risse zeigt

Der KI-Boom wird für Konzerne immer teurer: US-Unternehmen rationieren Tools und fragen sich, ob der Hype die Kosten wirklich wert ist.


Der Einsatz von künstlicher Intelligenz von großen Unternehmen nimmt rasant zu und die explodierenden Kosten veranlassen einige von ihnen, auf die Bremse zu treten, wie das Wall Street Journal berichtet. Führungskräfte aller Branchen haben in diesem Jahr ihre Mitarbeiter dazu aufgefordert, KI-Tools in ihre Arbeit zu integrieren, großzügig Geld ausgegeben, um Experimente zu fördern, und versucht, der Wall Street die Botschaft zu senden, dass ihre Unternehmen in einer kommenden Welle von Umbrüchen nicht abgehängt werden.

KI-Modellanbieter versuchen, Angebot und Nachfrage auszugleichen und ihre eigenen Kosten zu kontrollieren. Einige Unternehmen haben ihr Jahresbudget nach Informationen des Wall Street Journal bereits nach drei Monaten erreicht oder berichten von einer Verdopplung oder Verdreifachung ihrer KI-Ausgaben.

Jetzt versuchen Unternehmensführer fieberhaft, die Kosten zu senken, indem sie Wege finden, den Einsatz von KI in ihren Organisationen zu rationieren, die Mitarbeiter zu günstigeren Tools zu lenken und ihnen dabei zu helfen, ihre Fähigkeiten zu verbessern. Führende technische Manager bei Uber Technologies, Meta Platforms, Microsoft, Salesforce, DoorDash und anderen Unternehmen haben allesamt über neue Bemühungen gesprochen, sicherzustellen, dass der Einsatz von KI zur Produktivität beiträgt, oder haben Maßnahmen ergriffen, um die Verfügbarkeit einiger Tools für bestimmte Mitarbeiter einzuschränken.

KI-Kritiker sehen in den Bemühungen um eine gezieltere Steuerung der KI-Ausgaben ein Warnsignal dafür, dass sich das rasante Wachstum der KI verlangsamen könnte. Dies würde Anthropic und OpenAI, den Entwickler von ChatGPT, bei ihren geplanten Börsengängen in diesem Jahr potenziell schaden. Anthropic schloss am Donnerstag eine Finanzierungsrunde über 65 Milliarden US-Dollar ab, wodurch das Startup mit 965 Milliarden US-Dollar bewertet wird.

Eine Reihe von Investoren und Führungskräften aus der Technologiebranche warnte jedoch davor, auf einen Kursrückgang zu setzen, und wies darauf hin, dass die Verkäufe und die Nutzung durch KI-Unternehmenskunden weitaus schneller gestiegen seien als prognostiziert.

Ein Sprecher von Microsoft sagte, die Entscheidung des Unternehmens, den Zugang zum Claude Code-Programm von Anthropic einzuschränken, sei nicht kostenbedingt, sondern entstamme dem Wunsch, die von den Mitarbeitern im gesamten Unternehmen genutzten Programme zu standardisieren.

Eine Sprecherin von Anthropic sagte, die Modelle des Unternehmens würden den Kunden helfen, eine höhere Produktivität zu erzielen, beispielsweise indem sie komplexe Aufgaben in weniger als zwei Wochen erledigen, für die man früher mehr als sieben Monate gebraucht hätte.

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