Weltspartag 2018: Regional große Unterschiede beim Sparverhalten

 

Sparbuch in ganz Österreich die am häufigsten genutzte Sparform

Unzufriedenheit mit Anlageergebnis vor allem im Osten ausgeprägt

Befragte sparen angesichts der niedrigen Zinsen eher weniger als mehr

Wien, 25. Oktober 2018 – In diesem Jahr findet der Weltspartag am 30. Oktober statt. Seit 1925 finden an diesem Tag rund um den Globus viele Aktionen zur Förderung des Spargedankens statt. Waren die finanziellen Mittel bei vielen Menschen in früheren Zeiten zu gering, um überhaupt etwas auf die hohe Kante zu legen, ist Sparen heutzutage weit verbreitet: 97,6 Prozent von 1.000 befragten Österreichern gaben im Rahmen des Income-Barometers 2018 von J.P. Morgan Asset Management an, mindestens ein Sparprodukt zu nutzen. Interessante Ergebnisse förderte dabei die Auswertung nach Regionen zutage. Demnach gibt es zum Teil erhebliche regionale Unterschiede im Sparverhalten der Österreicher, wobei die Auswertung anhand der neun Bundesländer vorgenommen wurde.

Tagesgeld Favorit in allen Regionen

Das Tagesgeld ist in ganz Österreich die beliebteste Sparform und wird mit 86,7 Prozent nach wie vor intensiv genutzt. Der höchste Anteil ist im Burgenland (90,9 Prozent) und Salzburg (90,5 Prozent) zu finden – in Voralberg wird Tagesgeld dagegen mit 76,7 Prozent im Vergleich am wenigsten genutzt. Die zweitbeliebteste Sparform der Österreicher ist mit 67,1 Prozent das Sparbuch, doch auch hier gibt es zum Teil große regionale Unterschiede: In Salzburg sind mit 79,4 Prozent die fleißigsten Sparer zu finden, in der Steiermark ist das Sparbuch mit 59,9 Prozent im Regionalvergleich am wenigsten beliebt. Ebenfalls weit verbreitet sind Lebens- oder Rentenversicherungen, die durchschnittlich von 57,6 Prozent der Österreicher genutzt werden Die meisten Anhänger haben diese Versicherungsprodukte mit 69,7 Prozent im Burgenland, während in Wien (52,1 Prozent) und Tirol (50,6 Prozent) nur rund jeder Zweite diese Anlageform nutzt.

Das Income-Barometer zeigt auch: Trotz inzwischen zehn Jahren Niedrigzinsumfeld mit immer geringeren Erträgen für Spareinlagen sind bislang viele Österreicher noch nicht vom Sparer zum Anleger geworden. So nutzen bislang lediglich 38,1 Prozent der befragten Österreicher die Ertragskraft des Kapitalmarkts – am häufigsten in Oberösterreich mit 44,9 Prozent, gefolgt von Salzburg (42,9 Prozent) und Voralberg (41,9 Prozent) sowie Tirol (41,2 Prozent). Die wenigsten Anleger sind mit 31,2 Prozent in Wien, mit 32,8 Prozent in Kärnten und mit 33,3 Prozent im Burgenland zu finden. Auch Anleger in Investmentfonds sind am häufigsten in Oberösterreich vertreten (29,9 Prozent), Schlusslicht sind mit 20,5 Prozent die Wiener. Im Durchschnitt besitzt jeder vierte Österreicher einen Fonds. Beim Thema Aktienbesitz liegen wiederum die Salzburger vorn (25,4 Prozent), gefolgt von Oberösterreich (24,6 Prozent) sowie Steiermark (23,9 Prozent) und Tirol (22,4 Prozent). Unter dem Landesdurchschnitt von 20,8 Prozent liegt der Aktienbesitz vor allem im Burgenland mit 12,1 Prozent.

„So erfreulich es ist, dass die Österreicher auch im Niedrigzinsumfeld dem Spargedanken die Treue halten, bleibt doch das Wie des Sparens ganz entscheidend für den Anlageerfolg“, betont Christoph Bergweiler, Leiter Österreich, Deutschland, Zentral- und Osteuropa sowie Griechenland bei J.P. Morgan Asset Management „Anscheinend werden Tagesgeld und Sparbuch nach wie vor als Basis-Sparform angesehen – Kapitalmarktinvestments wie Fonds oder Aktien, die trotz Niedrigzinsumfeld weiterhin Ertragchancen bieten, werden zumeist erst dann hinzukommen, wenn ausreichend liquide Mittel vorhanden sind“, erklärt Bergweiler. Dies sei allerdings gerade im aktuellen Umfeld wenig erfolgversprechend: „Wer überwiegend oder sogar ausschließlich auf kaum verzinste Spareinlagen setzt, erleidet angesichts der Inflationsrate von zuletzt mehr als 2 Prozent einen realen Wertverlust, unterstreicht Bergweiler.

Unzufriedenheit mit Anlageergebnis vor allem in östlichen Regionen

Angesichts der mageren Erträge ihrer Spareinlagen ist mehr als jeder zweite Österreicher nicht mit deren Entwicklung zufrieden. Besonders groß ist die Enttäuschung dabei in Wien (62 Prozent) und im Burgenland (66 Prozent). Am wenigsten ärgern sich dagegen die Sparer in Voralberg über die Entwicklung ihrer Sparerträge – dort gaben „nur“ 43,9 Prozent der Befragten an, enttäuscht zu sein. „Die Unzufriedenheit der Österreicher mit ihrem Sparergebnis ist signifikant. Fast in jeder Region sind mehr als die Hälfte der Sparer unzufrieden, in den östlichen Landesteilen sogar fast zwei Drittel der Sparer. Dies dürfte zum Teil auch mit der geringen Nutzung von Kapitalmarktanlagen zusammenhängen“, erklärt Christoph Bergweiler.

Als einen Hinderungsgrund für die Anlage in Wertpapieren wie Investmentfonds, Aktien oder Anleihen gab mit 48,8 Prozent fast jeder zweite Österreicher an, Angst vor Schwankungen und damit verbundenen Verlusten für ein Investment in Wertpapieren zu haben. Am häufigsten fürchten dies mit 54,4 Prozent die Sparer im Burgenland, am wenigsten die Befragten in der Steiermark mit 40,2 Prozent. Einen weiteren Grund, dem Kapitalmarkt fernzubleiben, sehen 34,6 Prozent der Österreicher darin, nicht ausreichend verfügbare finanzielle Mittel dafür zu besitzen – von 18,2 Prozent im Burgenland bis 41,9 Prozent in Kärnten Und die persönliche Einschätzung, das Thema nicht gut genug zu verstehen, ist für rund jeden dritten Österreicher ein Grund, nicht zu investieren. Am häufigsten führten die Befragten in Niederösterreich (35,3 Prozent) und Wien (35,1 Prozent) das mangelnde Verständnis ins Feld, während dies nur 20 Prozent der Befragten aus Voralberg so sehen.

„Es gibt nach wie vor große Wissenslücken über Kapitalmärkte und einfache Anlagelösungen, und so stehen viele Österreicher mit ihrer Geldanlage auf verlorenem Posten. Doch angesichts steigender Lebenserwartung und sinkender Renten ist es umso wichtiger, die Portfolios für die Realitäten des heutigen Zinsumfelds zu präparieren. Dazu gehört auch, die Geldanlage so zu planen, dass auf lange Sicht Anlageziele erreicht werden können“, unterstreicht Bergweiler und führt aus: „Gerade rund um den Weltspartag gilt es sich zu verdeutlichen, dass es heute nicht mehr möglich ist, mit reinen Spareinlagen den niedrigen Zinsen zu trotzen Um heute ein attraktives Ertragsniveau zu erreichen ist es vielmehr notwendig, etwas mehr Risiko bei der Geldanlage einzugehen und Kapitalmarktinvestments einzubeziehen. Denn bei der langfristigen Anlage gleichen sich Marktschwankungen aus und der Zinseszinseffekt kann seine Kraft entfalten”, betont Bergweiler.

Befragte sparen angesichts der niedrigen Zinsen eher weniger als mehr

In Folge der stark verbreiteten Nutzung von niedrig verzinsten Sparformen wie Sparbuch oder Tages- und Festgeld wäre es eigentlich sinnvoll, die Sparbemühungen auszuweiten. Doch im Durchschnitt aller Befragten gaben nur 5,8 Prozent an, dass sie angesichts der niedrigen Zinsen mehr sparen. Mit 14,3 Prozent liegen die Salzburger und mit 11,6 die Befragten aus Voralberg dabei deutlich über dem Durchschnitt. Weniger sparen im Durchschnitt aller Regionen 21,5 Prozent der Österreicher – wobei die Befragten in Niederösterreich mit 25,0 Prozent ihre Sparbemühungen überdurchschnittlich zurückgefahren haben. Eine Alternative in Form von ertragstärkeren Investmentprodukten haben sich dagegen nur 14,4 Prozent der befragten Österreicher gesucht, wobei insbesondere die Sparer im Burgenland mit 24,2 Prozent besonders aktiv waren.

Besonders unverständlich erscheint in diesem Zusammenhang das Ergebnis auf die Frage, in welche Anlageklassen beziehungsweise welche Arten von Finanzprodukten die Befragten in den kommenden 12 Monaten mehr investieren würden. Im Durchschnitt aller Regionen liegt hier trotz der hohen Unzufriedenheit mit der Ertragssituation das Sparbuch bzw. Tagesgeld mit 40,4 Prozent vorne, wobei die Sparer in Tirol (48,2 Prozent) und Kärnten (51,6 Prozent) besonders hartnäckig sind, während Sparer der Steiermark mit 34,5 Prozent am wenigsten darauf setzen wollen. Grundsätzlich zeigt sich bei dieser Frage aber auch die große Verunsicherung der österreichischen Sparer – jeder Dritte hatte hier „weiß nicht“ angegeben.

Angesichts dieser Verunsicherung betont Christoph Bergweiler, wie wichtig und sinnvoll finanzielle Bildung und seriöse Anlageberatung sind: „Es ist im aktuellen Umfeld essenziell, vom Sparer zum Anleger zu werden, statt tatenlos zuzusehen, wie das Ersparte immer weniger wird“, führt er aus. „Eine einfache, flexible und bequeme Lösung – nicht nur für Anlageeinsteiger – bieten breit gestreute Mischfonds, die dazu beitragen können, regelmäßige Erträge zu generieren und gleichzeitig Schwankungen und Risiken zu minimieren. Sie ermöglichen bereits mit kleinen Einzahlungen, beispielsweise im Rahmen von Sparplänen, ganz einfach erste Schritte bei der Wertpapieranlage.“ Ein weiterer Vorteil des Sparplans ist laut Bergweiler, dass sich typische Anlegerfehler vermeiden lassen. „Aufgrund der festen Sparrate kann der so genannte Cost-Average-Effekt der Durchschnittskosten greifen: Da die Geldanlage über einen längeren Zeitraum erfolgt, verteilt sich das Risiko besser, denn bei fallenden Kursen erwirbt man mehr und bei steigenden Kursen entsprechend weniger Anteile. So lässt sich das Problem des ‚Market-Timings‘, also des richtigen Einstiegszeitpunktes vermeiden und für die Fondsanleger werden die gefürchteten Marktschwankungen noch weniger relevant. Und dass der Betrag regelmäßig vom Konto abgebucht wird, sorgt für Spardisziplin – nicht nur zum Weltspartag“, so Bergweilers Fazit.

Weitere Informationen zum Trendthema ausschüttende Mischfonds gibt es unter
www.jpmorganassetmanagement.at/income

Zum Income-Barometer 2018 von J.P. Morgan Asset Management

Das Income-Barometer von J.P. Morgan Asset Management basiert auf einer repräsentativen Befragung durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) unter 1.000 österreichischen Frauen und Männern zwischen 18 und 65 Jahren. Insgesamt wurden im März und April 2018 8.198 Privatanleger in Belgien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Österreich und Spanien befragt. Die Studie erfasst das aktuelle Spar- und Anlageverhalten der Privatanleger sowie Aspekte wie ihre Zufriedenheit mit verschiedenen Anlageformen, ihren Anlagehorizont, ihre Risikobereitschaft sowie ihre Einstellung zu und Wissen über Zinsen, Fondslösungen und regelmäßige Erträge („Income“).

www.jpmorganassetmanagement.at/income-barometer

 

 

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