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Zigaretten kosten nicht nur Gesundheit, sondern über die Jahre auch ein kleines Vermögen. Wer jeden Tag eine Schachtel raucht, gibt nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox in den kommenden 30 Jahren rund 186.000 Euro für Tabak aus – Preissteigerungen bereits eingerechnet.
Zum Welt-Nichtrauchertag am 31. Mai zeigt Verivox, was aus diesem Geld werden könnte, wenn es nicht in Rauch aufgeht, sondern regelmäßig an der Börse investiert wird.
Das Ergebnis ist deutlich: Aus dem heutigen Gegenwert einer täglichen Zigarettenschachtel könnte in drei Jahrzehnten ein ETF-Depot von rund 549.000 Euro entstehen. Selbst nach Abzug von Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag blieben in der Modellrechnung noch gut 482.000 Euro übrig.
Rauchstopp als Rendite-Booster: Aus Konsum wird Kapital
Grundlage der Rechnung ist ein aktueller Preis von 9,40 Euro für eine Schachtel mit 20 Zigaretten der meistgekauften Marke in Deutschland. Wer eine Packung pro Tag raucht, kommt damit derzeit auf gut 3400 Euro Tabakkosten im Jahr.
Verivox unterstellt für die Zukunft jährliche Preissteigerungen von 3,8 Prozent. Das entspricht nach Angaben des Vergleichsportals der durchschnittlichen Entwicklung der vergangenen 20 Jahre.
So wachsen die Zigarettenkosten über die Zeit stark an:
- nach zehn Jahren: gut 40.800 Euro
- nach 20 Jahren: mehr als 100.000 Euro
- nach 30 Jahren: rund 186.000 Euro
Der eigentliche Unterschied entsteht aber nicht nur durch den Verzicht. Entscheidend ist, was mit dem frei werdenden Geld passiert. „Wer den Tabakkonsum hinter sich lässt, kann das eingesparte Geld nutzen, um damit ein stattliches Vermögen aufzubauen“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH.
Zinseszins sorgt für den größten Teil des Vermögens
In der Verivox-Rechnung fließen die monatlich gesparten 286 Euro in einen ETF auf den MSCI World. Die Sparrate steigt jedes Jahr um 3,8 Prozent, also im gleichen Tempo wie die angenommenen Zigarettenpreise. Für die Rendite setzt Verivox 7,5 Prozent pro Jahr an. Das entspricht der historischen Durchschnittsrendite des MSCI World abzüglich 0,2 Prozent laufender ETF-Kosten.
Nach zehn Jahren läge der Depotwert demnach bei rund 58.800 Euro. Zu diesem Zeitpunkt stammt der größere Teil noch aus eigenen Einzahlungen.
Nach 30 Jahren dreht sich das Verhältnis aber: Nur noch rund ein Drittel des Depotwerts entfällt auf eingezahltes Geld. Der größere Teil entsteht durch Kursgewinne, wiederangelegte Erträge und den Zinseszins. „Für einen möglichst effektiven Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs die beste Wahl“, sagt Maier.
Bei solchen Fonds würden Dividenden nicht ausgeschüttet, sondern automatisch wieder angelegt. Dadurch könne der Zinseszins stärker wirken.
Rendite bleibt eine Annahme, keine Garantie
Die Rechnung zeigt, wie groß der finanzielle Hebel eines Rauchstopps sein kann. Sie ist aber kein Versprechen. Aktienmärkte entwickeln sich nicht gleichmäßig. Kurse können fallen, teils deutlich. Wer in ETF-Sparpläne investiert, braucht deshalb Zeit und sollte Schwankungen aushalten können.
Gerade bei langen Anlagezeiträumen kann regelmäßiges Sparen helfen. Fällt der Markt, kaufen Anleger mit derselben Sparrate mehr ETF-Anteile. Steigen die Kurse später wieder, wirkt sich das positiv aus. Maier warnt deshalb davor, Sparpläne gerade in Krisen zu stoppen.
Verivox verweist darauf, dass langfristige MSCI-World-Sparpläne historisch sehr robust waren: Wer mindestens 16 Jahre regelmäßig in den Weltaktienindex investiert habe, habe in der Rückrechnung keinen Verlust gemacht. Auch das bleibt ein Blick in die Vergangenheit. Für künftige Renditen gibt es keine Garantie.
Die Botschaft der Berechnung ist dennoch klar: Wer mit dem Rauchen aufhört, gewinnt nicht nur gesundheitlich. Wird das eingesparte Geld konsequent investiert, kann aus einem täglichen Konsumverzicht über Jahrzehnte ein erheblicher Vermögensbaustein werden.
